Über den Wolken…

… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Also ehrlichgesagt hab ich keine Ahnung, denn so hoch flogen wir natürlich nicht! Aber zurück zum Anfang …

Für 13:00 Uhr war also unsere erste Flugstunde angesetzt. Ich war ca. eine halbe Stunde früher in der Flugschule, und ein paar Minuten später war Jon auch da. Ich fragte ihn, wie es heute aussieht und er meinte daß es losgehen kann. Wir würden nach Portland downtown fliegen, sehr cool! Unser Heli mit der Nummer N721HH – also auch ein Hamburger – war noch unterwegs und so mußten wir noch warten. Jon wies mich schonmal ein wenig in die Dispatch-Prozedur ein. So wissen die Leute bei Hillsboro immer wer wo hinfliegen möchte. Aus Downtown sollte dann aber doch nichts werden, da es dort etwas zu bewölkt war. Also neuer Flugplan: HIO – WPA – HIO. Also von Hillsboro zur West-Practice-Area und (hoffentlich) zurück.

Als dann unser Heli gelandet war, noch ein bischen weiterer Papierkram, schließlich will protokolliert sein wie viele Stunden der Heli unterwegs ist. Unserer hat noch 9 Flugstunden Zeit, dann muß er überholt werden. Dann ging es raus aufs Flugfeld. Kanister zum Sprit-ablassen mitnehmen, dann den Preflight-Check machen und tanken. Für den Preflight-Check haben wir schonmal ‘ne gute halbe Stunde gebraucht. Das dauert am Anfang natürlich noch länger, wird später aber schneller gehen. Dabei wird eigentlich der ganze Heli auf Flugtauglichkeit gecheckt.

Dann rein in die Kiste und los … könnte man denken. Aber bis so ein Heli wirklich starten kann vergeht noch ein wenig Zeit. Auch drinnen muß noch einiges gecheckt werden. Dann ging es aber wirklich los. Hillsboro von oben! Auch sehr schön …

Jon steuerte uns die NE Cornell Road entlang nach Westen, über das Football-Feld weiter Richtung WPA, die groß genug ist, daß wir und andere uns dort austoben können.

Dann war ich an der Reihe die Steuerung zu übernehmen. “You have Control” von Jon, “I have Control” von mir, und abermals “You have Control” von Jon.

Erstmal hieß es einfach nur die Kiste auf Kurs zu halten. Das klappte eigentlich schon sehr gut. Einige Minuten später dann sollte ich eine Rechtskurve, einem leichten Tal folgend, fliegen. Auch das hat gut funktioniert. Während des ganzen Fluges war es doch relativ windig, so wurde es nicht langweilig. Außerdem versucht man die ganze Zeit möglichst viel im Auge zu behalten, was für den Anfang doch wirklich nicht einfach ist. Es sind fürs erste Mal zu viele Informationen auf einmal.

Dann übernahm Jon wieder die Steuerung und zeigte mir was bei stärkeren Kurven passiert wenn man nicht den Collective benutzt. Der Collective steuert den Anstellwinkel der Rotorblätter und somit die Höhe. Nach der Kurve waren wir gute 200 Fuss tiefer als vorher. Eigentlich logisch, denn bei größerer Schräglage sacken wir natürlich durch. Der Witz an der Sache ist jedoch, daß bei Veränderung des Collective der Heli sofort die Nase verdreht, also mit den Pedalen gegengesteuert werden muß. Klar war mir dieses Prinzip schon vorher, aber wenn man erstmal in einem Heli sitzt ist das doch nochmal was anderes. Na, Prost Mahlzeit!

Dann ging es zurück zum Flughafen. Über dem bekannten Footballfeld mußten wir ein wenig warten, flogen also 2 kleine Warteschleifen. Der Hillsboro Airport hat doch jede Menge Verkehr. 2 kleine Jets unten auf dem Taxiway und diverse Cessnas in der Luft. Dann konnten wir runter. Natürlich hat Jon das alles gemacht. Auf dem Taxiway angelangt – natürlich schön einige Feet über dem Boden schwebend – mußten wir noch warten bis wir die Landebahn überqueren durften. Hovern – eben jenes schweben kurz über dem Boden – ist doch um einiges schöner als in einer langweiligen Cessna über den Taxiway zu rollen.

Ein Heli vor uns und wir schwebten so einige Zeit wartend auf der Stelle um dann zu unserem Landeplatz zu fliegen. Auch das Abstellen eines Helis ist eine etwas längere Prozedur als bei einem Auto. Schließlich will die Maschine schonend abgeschaltet sein. Dann noch ein letzter kleiner Test für mich: mit der Rotorbremse die Rotorblätter genau parallel zum Heli abbremsen. Leider nicht genau geschafft, aber doch immerhin ausreichend. Ein letzter Check um den Heli herum zurück zur Schule. Zu guter Letzt noch der erste Eintrag in mein Logbuch. Geschafft!

Fazit: einfach super! Auch wenn viel zu viele Informationen auf einmal auf mich einprasselten war es wirklich klasse! Nun hab ich erstmal Zeit, denn morgen ist frei. Am Dienstag geht es dann weiter. Wir sind auf Standby, bekommen also nur einen Heli wenn jemand anderes nicht fliegt. Ansonsten wird Mittwoch unser nächster Flug sein …

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